Wo ein Wille ist, ist auch ein kurzer Lieferweg — Aktionswochen: Bio und Regional in der Gemeinschaftsgastronomie
Was Aktionswochen in drei Projekten gezeigt haben
Bio-regional einzukaufen, klingt oft einfacher, als es im Küchenalltag ist.
Wer regionale Bio-Produkte dauerhaft auf den Speiseplan bringen möchte, stößt schnell auf Herausforderungen: Verfügbarkeiten schwanken, Lieferketten müssen neu aufgebaut werden. Zwischen dem Wunsch nach mehr Regionalität und der täglichen Umsetzung in der Küche liegen häufig viele kleine Entscheidungen.
Wie es aussehen kann, wenn bio-regionale Produkte in der Gemeinschaftsgastronomie in den Fokus rücken, das haben Aktionswochen rund um den EU-Bio-Tag gezeigt. In den Projekten Stadt-Land-Küche, NEUE KANTINE HAMBURG und Kantine Zukunft wurden im September bio-regionale Aktionswochen durchgeführt. Gemeinsam mit 17 Küchenteams aus den Beratungen der Projekte wurden besondere Aktionsgerichte entwickelt, Produkte aus der Region in den Mittelpunkt gerückt und neue Einkaufswege erprobt. Manche Gerichte entstanden gemeinsam mit den Projekten und ihren Küchentrainer*innen, andere wurden von den teilnehmenden Küchen eigenständig umgesetzt.
Handwerk trifft saisonale Küche
Die Idee dahinter war ebenso einfach wie wirkungsvoll: zeigen, was möglich ist, wenn der Fokus bewusst auf bio-regionale Zutaten gelegt wird. Auf den Speiseplänen fanden sich unterschiedlichste Gerichte, von Ringelbete mit Kartoffelrisotto in Hamburg über Rogg-Ryce in Berlin bis zu Kürbispuffern in Zwickau. Eines hatten die Gerichte gemeinsam: Sie kamen bei den Gästen sehr gut an. Gleichzeitig boten die Aktionswochen die Gelegenheit, neue Lieferbeziehungen auszuprobieren, saisonale Lebensmittel stärker einzubinden und das handwerkliche Können der Küchenteams sichtbar zu machen.
Denn bio-regionale Lebensmittel verbinden mehrere Vorteile. Sie stärken regionale Wertschöpfungsketten, verkürzen Transportwege und bringen häufig automatisch mehr saisonale Vielfalt auf den Teller. Was auf dem Acker wächst, bestimmt dabei stärker das Angebot in der Küche. Das schafft Nähe zur Herkunft der Lebensmittel und eröffnet neue Möglichkeiten.
Von der Aktion zur zukunftsfähigen Verpflegung
Die Aktionswochen haben gezeigt: Wo ein Wille ist, ist nicht immer sofort ein kurzer Lieferweg. Aber mit Engagement, Handwerk und den richtigen Partner*innen wird er Schritt für Schritt möglich. Denn Zukunft braucht Struktur. Und manchmal beginnt sie mit einem einzigen Gericht auf dem Speiseplan.
Einzelne Aktionstage können Impulse setzen. Dauerhafte Veränderungen entstehen jedoch erst dann, wenn neue Einkaufs- und Speisegewohnheiten Teil des Alltags werden.